Dienstag, 11. Juni 2013

Kontrollierte Wohnraumlüftung - Zehnder ComfoAir 350 - 1000€ Förderung!


Eins der technischen Highlights im Haus wird die ComfoAir 350 von Zehnder. Dabei handelt es sich um eine kontrollierte Wohnraumlüftung (KWL). Bei einer KWL findet über Lüftungskanäle und einer zentralen Lüftungsanlage ein steter Luftaustausch statt. Um sich das Ganze besser vorstellen zu können hat Zehnder dieses Video gemacht:


Die Hauptaufgabe der KWL ist der kontinuierliche Luftaustausch. Die heutigen Häuser sollen möglichst wenig Wärmeenergie verlieren und sind daher wie eine Thermoskanne gedämmt. Ohne eine Lüftungsstrategie würde es schnell zu Problemen mit Schimmel kommen. Zusätzlich gibt es noch zahlreiche Vorteile:
  • Man hat immer frische Luft im Haus, auch direkt nach dem aufwachen wenn man bei geschlossenen Fenstern geschlafen hat.
  • Bleiben die Fenster zu, dann bleiben auch die Mücken und andere Insekten draußen. Man spart sich so auch die hässlichen Fliegengitter.
  • Durch den integrierten Wärmetauscher wird die kalte Zuluft im Winter durch die Abluft erwärmt. Dabei erreicht der Wärmetauscher einen Wirkungsgrad von bis zu 95 %, also eine riesen Ersparnis im Vergleich zur klassischen Lüftung über die Fenster. Im Sommer erhoffen wir uns über die Nacht auch eine kühlende Wirkung.
  • Gerüche, z.B. vom Kochen, verschwinden nach wenigen Stunden aus dem Haus.
Bedenken hatten wir nur bei der Lautstärke, wer will schon ständig das Rauschen einer Lüftung hören? Unsere Bedenken waren aber unbegründet. Nach einem Besuch im Musterhaus in Frechen würden wir die Anlage in Stufe 1 als "Lautlos" bezeichnen. Zuluft und Abluft strömen durch mehrere Filter, also ist auch die Angst vor "dreckigen" Lüftungskanälen unbegründet.
Zwei Punkte sollte man allerdings beachten:
  1. Im Winter wird die Luft sehr trocken. Dies kann zu einem Problem für Menschen (trockene Haut, Nase und Augen), Holz und Pflanzen werden. Gerade Parkett und Dielen mögen das gar nicht. Durch die geringe Luftfeuchtigkeit schwindet das Holz stark (zieht sich zusammen) und es können Risse und Fugen entstehen.
  2. Sinken die Temperaturen unter 0° kann der Wärmetauscher einfrieren. Im Wärmetauscher entsteht Kondenswasser welches durch die kalte Zuluft gefriert. Die Zuluft wird dann abgeschaltet und der Wärmetauscher durch die warme Abluft aufgetaut, dabei entsteht ein Unterdruck im Haus. Hat man keinen Kaminofen dann kann einem das egal sein. Das passiert alles automatisch und man muss sich um nichts kümmern. Hat man aber einen Kaminofen, dann könnten bei einem zu großen Unterdruck giftige Abgase in den Wohnraum entweichen (auch bei einem raumluftunabhängigen Kaminofen). Oft wird dann ein Druckwächter installiert, über die Notwendigkeit entscheidet der Schornsteinfeger. Kommt es zu einem Unterdruck, schaltet dieser die Lüftung komplett aus. Folgen: Wärmetauscher taut langsamer auf und die Luft wird schlechter. Außerdem ist der Druckwächter nicht gerade günstig.
Gegen Punkt 2 gibt es ein Vorheizregister. Dies ist eine Elektroheizung welche die Zuluft erwärmt. Das Vorheizregister kostet ca. 400 €, verbraucht aber zusätzlich Strom und Problem Nr. 1 besteht immer noch.

Gegen Punkt 1 hilft ein Enthalphietauscher. Dies ist ein Wärmetauscher mit abwaschbarer Spezialmembran, durch welche die Abluft einen Teil ihrer Luftfeuchtigkeit der Zuluft zuführt. Die Luft im Haus wird also nicht so trocken. Durch den Enthalphietauscher fällt auch wesentlich weniger Kondenswasser an und wirkt daher auch einem Einfrieren entgegen. Ich zitiere mal aus der Beschreibung von Zehnder:

Durch den Transfer der Feuchtigkeit zwischen Zu- und Abluftstrom wird der Kondensationspunkt im Enthalpietauscher gesenkt. Ein frostfreier Dauerbetrieb auch bei Aussentemperaturen unter 0 °C ist sichergestellt. Der Einsatz von Frostschutzstrategien ist erst bei extremen Aussentemperaturen erforderlich, was wiederum noch mehr Energie spart. 

Unter "extremen Aussentemperaturen" versteht Zehnder -5° bis -10°, darunter wird zusätzliche das Vorheizregister empfohlen. Ich hätte unter "extrem" eher etwas um die -20° bis -25° verstanden.


Der Enthalphietauscher kostet 830 € und verbraucht im Gegensatz zum Vorheizregister keine zusätzliche Energie. Die Preise stammen übrigens aus dem Internet, nicht von Fingerhaus. Mal sehen was die dafür haben wollen. Wir werden uns erst mal nur den Enthalphietauscher kaufen und bei Bedarf das Vorheizregister nachrüsten.

Gibt es eigentlich auch Nachteile? Jain. Zum einen entstehen Stromkosten, allerdings sollten die eingesparten Heizkosten dies locker wieder rausholen. Ab und zu, ich weiß noch nicht genau wie oft, müssen die Filter gereinigt oder gewechselt werden. Die Kosten dürften überschaubar sein.

Und hier noch ein kleiner Tipp für alle: Diese Anlage wird in NRW von der Bezirksregierung Arnsberg mit 1.000 € gefördert. Das ganze nennt sich "progress.nrw - Markteinführung - Programm für Rationelle Energieverwendung, Regenerative Energien und Energiesparen - Projektförderung: Wohnraumlüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung". Uff... ganz schöner Zungenbrecher. Es ist aber ganz wichtig, dass ihr die Forderung beantragt bevor ihr den Werksvertrag unterschreibt, ansonsten könntet ihr leer ausgehen. Alle Infos zur Förderung findet ihr hier:
http://www.energieagentur.nrw.de/foerderung/foerderung-von-lueftungsanlagen-3412.asp

Donnerstag, 6. Juni 2013

Planungsgespräch

Diese Woche war es endlich so weit und wir hatten unser Planungsgespräch mit dem Architekten. Der Termin passte uns sehr gut, da wir eh Urlaub hatten. Die Tage zuvor hatte ich schon wilde Träume, mal gute, mal schlecht. Zuerst haben wir uns bei strahlendem Sonnenschein am Grundstück getroffen. So grün haben wir das Grundstück noch nie gesehen und die Grenzsteine waren kaum zu finden. Der Architekt hat einige Fotos gemacht und das Ganze etwas auf sich wirken lassen. Im Anschluss sind wir in unsere Wohnung gefahren und es gab die erste Überraschung: Ich fragte den Architekt ob er Strom für den Laptop benötige, aber er holte dann Lineal, Geodreieck, Papier und Stifte aus seiner Tasche. Ich, insbesondere als Fachinformatiker, war total baff. Ohne Computer? Ja, bei Fingerhaus anscheinend schon :).
Bevor es an die Grundrisse ging wurde erst mal richtig viel erklärt. Der Architekt stellte das weitere Vorgehen genau dar und erklärte uns alles sehr genau. Vieles wusste ich schon aus dem Forum, aber für Bianca war sicher viel Neues dabei. Zuerst platzierten wir das Haus auf dem Grundstück. Für diesen Zweck hat der Architekt ein maßstabgetreues Modell aus einem Blatt ausgeschnitten und in den Lageplan geklebt, genau so wie wir es uns gewünscht haben. Im Anschluss war der Grundriss des Erdgeschosses dran. Ich zeigte ihm unseren Entwurf und er musste sehr schmunzeln, es kam ihm sehr bekannt vor. Immerhin war das EG zu fast 100% von einem anderen Bauherren "geklaut". Es wurde nicht viel geändert, allerdings überlegen wir uns 1-2 Anpassungen nach den Vorabzügen durchzuführen. Das Dachgeschoss war schon ne andere Nummer. Die Ankleide wurde wie geplant übernommen, das Bad aber komplette ungestaltet. Ich bin immer noch dabei das ganze auf mich wirken zu lassen und bin mir nicht sicher, ob es mir gefällt. Die Fenster wurden leicht verschoben, nun können auch Schränke an die Innenwände gestellt werden. Uns wäre das gar nicht aufgefallen, aber der Architekt hatte ein geschultes Auge. Am Ende ging es noch an das Planungsprotokoll: 42 Seiten, nicht gerade wenig. Das ganze hat ca. 6 Stunden gedauert. Ich hatte zwar Essen vorbereitet, aber der Architekt hat sich mit Kaffe und Wasser zufrieden gegeben. Plätzchen und Schoki haben die Bauherren verdrückt ;).

Leider gab es am Ende doch ein Problem... die Soll-Geländehöhe im Bebauungsplan. Die maximale Gebäudehöhe darf 9 m über diesem Punkt liegen. Bei 9 von 10 Grundstücken entspricht dies der natürlichen Topografie. Die Soll-Geländehöhe liegt dort entweder auf gleicher Höhe wie das Baufenster, oder sogar darüber. Allerdings sieht das bei unserem Grundstück ganz anders aus. Der Punkt liegt sogar weit unter der tatsächlichen Höhe des Baufensters und entspricht nicht dem nach hinten ansteigendem Gelände. Wir haben nun etwas Angst gar kein Vio bauen zu können! Handelt es sich vielleicht um einen Tippfehler im Bebauungsplan, oder verstehen wir das Ganze nur falsch? Wir sind extrem beunruhigt und warten nun dringend auf Info von Fingerhaus.