Dienstag, 23. Juli 2013

Gefahr des zufälligen Untergangs

Ich muss es ja zugeben, bisher hatte ich keine Ahnung was diese Formulierung (leicht gekürzt) im Kaufvertrag des Grundstücks bedeutet:
Die wirtschaftliche Übergabe erfolgt mit dem Tage der Kaufpreiszahlung. Mit diesem Tage geht die Gefahr des zufälligen Untergangs auf den Käufer über.
Ich hatte immer die Vorstellung von einem Asteroiden der ins Meer stürzt und eine Monsterflutwelle verursacht. Als wir aus dem Urlaub gekommen sind hatten wir Post vom Notar. Die Kaufpreisfälligkeitsvoraussetzungen (WOW, was für ein Wort, es hat sogar mehr Buchstaben als das Alphabet) sind erfüllt und es wird um die Zahlung des Kaufpreises gebeten. Ich erinnerte mich an den Satz im Kaufvertrag und wollte das Grundstück erst noch mal sehen, bevor wir die Zahlung veranlassten. Und was soll ich sagen, es ist tatsächlich untergegangen! Irgendwo, tief versteckt unter Gras, Büschen, Himbeeren und allerlei Unkraut, liegt es versteckt.


Ob es wirklich noch da ist werden wir wohl erst erfahren wenn wir demnächst das Loch (1x1x1m) für den Versickerungsversuch graben lassen und 500-1000l versickern.

Wir haben dann die Bank angewiesen das Geld an den Notar zu überweisen. Zu meiner Überraschung ging das richtig fix, drei Tage später hatten wir schon eine Auszahlungsbestätigung der Bank im Briefkasten. Bei so viel Geld bin ich ganz schön nervös. Ich habe alles 100x kontrolliert, Bianca auch, aber vielleicht habe ich mich ja doch bei der Kontonummer verschrieben oder der Mensch bei der Bank hat sie falsch abgetippt. Ich kontrolliere ja auch täglich meinen Kontostand in der Hoffnung den Zahlungseingang einer horrenden Summe festzustellen die fälschlicherweise auf meinem Konto gelandet ist. In so einem Fall plündere ich das Konto und verlasse das Land, alles schon geplant ;)
Ich habe dann beim Notar angerufen und war sehr erleichtert nachdem man mir den Zahlungseingang bestätigte. Mal sehen wie lange es dauert bis wir im Grundbuch stehen.

Sonntag, 14. Juli 2013

Nachbarn

Was ist das wichtigste bei einem Grundstück? Viele werden jetzt direkt "die Lage" sagen. Stimmt auch, aber die beste Lage bringt nichts wenn man nur Probleme mit den Nachbarn hat. Hier haben wir doppeltes Glück. Zum einen haben wir nur einen direkten Nachbarn, zum anderen sind diese auch noch sehr nett. Dank dieses Blogs haben unsere zukünftigen Nachbarn uns gefunden und Kontakt zu uns aufgenommen. Gestern haben wir uns dann in einem Strandcafé an der Wupper getroffen und kennengelernt. Wir sind auf jeden Fall erleichtert. Wir haben uns nicht nur sehr gut verstanden, sondern haben auch ähnliche Vorstellungen was die Gestaltung der Grundstücke angeht. Wir haben ja z.B. mit einer Bambushecke auf einem Teil der Grundstücksgrenze geliebäugelt, zufälligerweise scheint es bei unseren Nachbarn auch so zu sein :) - perfekt. Wir konnten viele Informationen austauschen und wollen uns auch zukünftig gegenseitig auf dem Laufenden halten. Ich hoffe wir bekommen bald unsere ersten Vorabzüge der Zeichnungen, aber Fingerhaus hat es leider nicht vor den Betriebsferien geschafft. Sobald diese eintreffen, können wir den Nachbarn besser veranschaulichen wie wir bauen wollen. Mit ein bisschen Abstimmung sollte es kein Problem sein, dass man sich nichts gegenseitig "verbaut" und beide Seiten zufriedener sind.

Grunderwerbsteuer

So langsam nimmt unser Abenteuer Fahrt auf. Erste Anzeichen sind diverse Rechnungen und Anträge, die im Briefkasten landen. Die höchste Rechnung war bisher vom Finanzamt über die Grunderwerbsteuer. Die Grunderwerbsteuer in NRW liegt aktuell bei 5%. Da wir das Grundstück und das Haus getrennt gekauft haben, fallen die 5% nur auf den Kaufpreis des Grundstücks an, ansonsten muss man die 5% auch auf den Kaufpreis des Hauses zahlen.

Unsere Bescheide (wir haben zwei Bescheide erhalten da wir unverheiratet sind und so jeder 1/2 Anteile des Grundstücks kauft) waren allerdings zu hoch. Im Kaufvertrag sind zukünftige Erschließungsmaßnahmen (Straße, Bürgersteig, Beleuchtung, usw.) enthalten. Auf diese Kosten darf keine Grunderwerbsteuer erhoben werden. Unser Notar hatte dies schon vermutet und uns vorgewarnt. Ich habe beim Finanzamt Wuppertal angerufen und sogar noch Freitags um 16 Uhr einen Mitarbeiter erreicht. Wir haben dann schriftlich Widerspruch eingelegt und drei Wochen später die neuen Bescheide, mit dem richtigen Betrag erhalten. Dadurch haben wir 1286€ gespart. Allerdings habe ich mich bei den Notar- und Grundbuchkosten vertan, diese fallen wesentlich höher aus als gedacht. Sucht mal bei Google nach "Notar- und Grundbuchkostenrechner".